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Möchten Sie mehr wissen? Die Technik
in Bergslagen
Bergslagen erhielt seinen Charakter als der Bergbau im zeitigen
Mittelalter begann. Aus einer Region mit viel Wald und mit verbreiteten
Gewässern sollte diese zu einer ökonomisch und politisch und
starken Region mit wertvollem Export über die Ostsee werden.
Um die Naturressourcen ausnutzen zu können wurden neue
Kenntnisse gefordert. Hierzu brauchte Hilfsmittel: sinnreiche Maschinen,
oder chemische Prozesse welche die Aufgabe durchführbar machte. Die
Technik wurde entwickelt. Länger zurück in der Zeit waren Kenntnisse
vorhanden um Kathedralen und komplizierte Schiffe zu bauen. Maschinen
hatten jedoch nur eine kleine Bedeutung in der alten Bauerngesellschaft.
Möglicherweise besaß man eine Windmühle oder Wassermühle
um aus Getreide Mehl zu machen. In den wärmeren Ländern hatte
man Pumpensysteme um die Saat auf den Feldern bewässern zu können.
Pumpensysteme war das was man im Bergbau so bald wie möglich
benötigte. Hier galt die Gruben von Wasser, welches aus den Ritzen
im Gestein sickerte oder vom Himmel regnete, trocken zu legen.
Derjenige der Lust, kann sich ausrechnen wie viele Tonnen
Wasser sich bei 30 mm strömenden Regen in einem Grubenloch mit einem
Diameter von 10 Meter ansammelt und wie viele Tonnen mit Wasser aus dem
Grubenloch gehoben werden müssen! Hier war die Technik wirklich notwendig.
Man löste dies mit einer Winde von Pferden gezogen, manchmal mitgroßen
Vorrichtungen für ein Vierpferdegespann.
Eine noch mehr raffinierte Lösung waren balancierte
Systeme von Pumpen aus Holz, getrieben mit Gestänge von einem Wasserrad
und etwas von der Grube entfernt. Diese Art von Vorrichtungen wurden auf
dem Kontinent am Ende des Mittelalters entwickelt.
Noch zu Beginn des 20. Jahrhundert wurden in den Betrieben in Schweden
Gestänge mit einer Länge von zwei bis drei Kilometern angewendet.
Gewisse Teile von diesen sind an verschiedenen Plätzen, u.a. in Ludvika
gammelgård, in Bergslagen bewahr worden. Diese von Wasserrädern
getriebenen Anlagen waren teuer zu bauen, waren aber 24 Stunden am Tag
in Betrieb. Um das Jahr 1900 übernahm die Elektrizität die Kraftüberführung
von dem Gestänge aus der Entfernung.
In unserem Land wurde die Technik mit Eleganz und Raffiniertheit
entwickelt. – Der Name Christoffer Polhem ist renommiert, doch erreichte
er mehr Berühmtheit im Ausland. Er beschäftigte sich nicht nur
mit Grubentechnik, sondern installierte anfangs des 18.Jahrhunderts listige
automatische Maschinen, zur fabriksmäßigen Anwendung von Gebrauchgegenständen
in seinem Herrenhaus in Stiernsund im südlichen Dalarna.
Polhem wurde 90 Jahre alt als er starb, war bekannt mit den
Machthabern in Stockholm, beteiligte sich an schriftlichen Diskussionen
betreffend Gewerbe und Wirtschaft des Landes und wurde zum Direktor des
schwedischen Amtes für Handel, Industrie und Schiff-Fahrt ernannt.
Die Technik wurde im Zusammenhang mit der Herstellung von
Metalle in Hochöfen und Aufwerfhammer entwickelt. Die Hochöfen
waren seit Beginn des 12.Jahrhundert mit einem wassergetriebenen Blasebalg
ausgerüstet. Die Frischung von Masseleisen wurde anfangs handwerksmäßig
in kleinen Hütten und in der Nähe der Werke. Gehandhabt. Auf
Veranlassung des Staates wurde im 16.Jahrhundert eine Technik in größerem
Umfang in den Eisenwerken ein. Dort bearbeitete man zu jedem Zeitpunkt
Eisen von mehreren hundert Kilogramm und hämmerte das Stabeisen mit
Hilfe von großen wassergetriebenen Hammer.
Solch ein Hammergerüst war ein kompliziertes Bauwerk
mit einem groben Gerippe aus Holz und einem starken Wasserrad. Die Konstruktion
kam vom Kontinent und wurde in unserem Land in unveränderter Form
bis 1800 angewendet. Der Hammerkopf wog ca. 400 Kg und der Hammer schlug
etwas mehr als einmal pro Sekunde auf das erwärmte Eisen, was ein
imponierendes Schauspiel war. Das dumpfe Hämmern rund um die Uhr,
je nach dem wie die Schmelze fertig war, brachte Leben in das ganze Werksdorf.
Am Anfang vom 19.Jahrhundert erlebte Bergslagen von Grund
einen Schock.. Die zeitige lohnende und traditionelle Eisenhantierung
bekam katastrophale Konkurrenz mit Hilfe einer neuen Technik die in England
entwickelt wurde. Dort gelang es die billige Steinkohle anstatt teure
Holzkohle bei der Eisenherstellung zu verwenden. In kurzer Zeit wurde
eine Eisenindustrie von großem Ausmaß, mit Hochöfen die
mit Koks gefeuert werden, Puddelöfen und Walzwerken aufgebaut. England
ging auf Ganze und machte den Schritt von „Holzalter„ in das
„Maschinenalter“. Dampfmaschinen als Antriebskraft kamen in
den Jahren um 1770 herum hinzu, Werkzeugmaschinen, wie Eisendrehbänke
und Dickenhobelmaschinen im Jahr 1800.Eisenbahnen wurden eine realistische
Möglichkeit und der Bau von Lokomotiven wurde zur Spitzentechnik.
Bergslagen hinkte nun 50 Jahre hinter der Technik her, die
schwedische Eisenhantierung zu diesem Zeitpunkt nicht völlig am Ende.
Jedoch war eine gewaltige Umwandlung notwendig. Die Hammerschmieden wurden
zu Eisenwerken mit Lancashire-Herden, Schweißöfen und Walzwerken
umgebaut. Jetzt wuchs die schwedische Stahlindustrie, jedoch nicht in
dem Ausmaß wie in den größeren Ländern.
Eine Anzahl spezialisierte mechanische Werkstätten und Werften nahm
man auch in Schweden ziemlich umgehend in Betrieb. Innerhalb von 25 Jahren
entstand das ganze Eisenbahnnetz, das hauptsächlich mit Schienen
aus England kommend gebaut wurde. Bergslagen stand eigentlich gut dar,
Dank dem guten Rohmaterial. Jetzt drängte die nächste Technik:
die Herstellung von Flussstahl in den Jahren um 187o herum mit den „Bessemer“-,
und „Martin“-Methoden.
Die Bessemeridee entwickelte sich zu einem brauchbaren Prozess hier in
Bergslagen und wurde meistens bei der Herstellung von Qualitätsstahl
angewendet. Die früheren Eisenwerke wurden nun Stahlwerke. Während
des ganzen 20. Jahrhundert rollte die Umwandlung bei wechselnden Konjunkturen
weiter.
Heute ist die ursprüngliche Voraussetzung für die
industrielle Entwicklung in Bergslagen, die Gegenwart von hochqualitativem
Eisenerz, nicht mehr vorhanden und keine einzige Eisenerzgrube in Bergslagen
befindet sich in Betrieb.
Betrachten wir jedoch nur die Stahlindustrie, befinden sich heute Spezialwerke
von höchster Weltklasse, deren Produkte zum größten Teil
exportiert werden, in vielen der traditionellen Hüttendörfer.
Diese Werke sind gewinnbringend. Die metallurgischen Kenntnisse und Herstellungstechnik
sind internationale Spitze.
Dank der starken technischen Tradition war es auch
natürlich, dass andere Unternehmen von diesem Nutzen gehabt haben
und sich statt in den allergrößten Orten zu versammeln, in
Bergslagen ansässig gemacht haben.
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