Möchten Sie mehr wissen? Der Hochofen

Der Hochofen kam in Bergslagen das erste mal zur Anwendung zu Beginn im 13.Jahrhundert, als man Eisen aus Eisenerz aus dem Gestein herstellte, anstatt aus Sumpferz. Der Hochofen ersetzte recht das recht bald das Luftgebläse. Der Hochofen ist ein senkrecht stehender Ofen mit einem tiefen Schacht von mehreren Metern, und mit einem Diameter von 1-2 Meter an der breitesten Stelle.
Dieser wurde mit einem inneren Schornstein aus ausgewähltem Naturstein in Lehmmörtel gemauert und abgestützt mit einer äußeren Mauer aus groben Steinen und einer Zimmerholzkiste. Den Leerraum zwischen den Mauerungen und der Kiste war mit „Staub“ einem feinkörnigen Material gefüllt. Im Ofenboden baute man Passagen von zwei Seiten zum Zentrum. Die eine Passage war für das einblasen von Luft von den mit Wasser getriebenen Blasebalge, und in die andere Passage machte man Öffnungen um in Intervallen Eisen und Schlacke herauszuholen. Aus praktischen Gründen wurde der Hochofen an einem fließenden Gewässer mit geeignetem Gefälle gebaut, welches die Wasserräder der Blasebalge antrieb. Der Hochofen sollte außerdem an einem Abhang stehen, damit man Eisenerz und Kohle bequem mit einer karre vom Lagerplatz oberhalb des Ofens zur Spitze von diesem transportieren konnte. Hochöfen dieser Art wurden bis zur Mitte des 19.Jahrhundert angewendet.

Reste von alten, verlassenen Hütten aus dem Mittelalter bestehen heute nur noch aus einem Schlackenhaufen und einem Erdhügel und könnten künftig Stellen für archäologische Ausgrabungen werden.

Fachleute mit Kenntnissen von der Eisenhantierung kamen im 17.Jahrhundert und später von Wallonien in Belgien nach Schweden und führten einen neuen Baustil ein, der sich für denn Hochofen ohne Zimmerholzkasten eignete. Die sorgfältig zusammengefügte Grundmauer aus abgespitzten Steinen wurde ganz nach oben fortgesetzt und mit Ankereisen zusammengehalten. Dieser war bekannt als französischer Hochofen oder als Steinhochofen.

In der Mitte vom 18.Jahrhundert verbesserte man die Hochöfen auf Grund Druck von der Konkurrenz, das die Betriebskosten und das Produktionsvolumen betroffen hat. Früher war die Schachtspitze offen, sodass der Überschuss von Gas aus dem Hochofen mit offen Flammen brannte. Dieser wurde jetzt mit einer Haube abgedeckt und so konnte man das Gas für andere Aufwärmzwecke verwenden.

Zu Beispiel konnte es für einen „Vorwärmapparat“ verwendet werden, in dem die Gebläseluft vor dem Einblasen durch das Mundstück zum Ofen einige hundert Grad vorgewärmt wird. Eine andere Möglichkeit war, das Gas in einem separaten Röstofen der sich neben dem Hochofen befand zu verbrennen.
Früher hatte man das Eisenerz mit Hilfe von großen Holzfeuern geröstet, welches aber eine unsichere und langsame Methode war. Später machte man Gebrauch vom Gas als Heizstoff im Ofen für eine Dampfmaschine, welche die Blasemaschine antrieb da die Wasserkraft nicht mehr ausreichte.

Die Hochöfen wurden höher und riesiger gebaut und forderten zum Eisblasen größere Luftmengen und einen höheren Luftdruck. Hütten mit Röstöfen dieser Art sind in Engelsberg und der Flatenbergshütte in der Nähe von Smedjebacken zu sehen.

Ende des 19.Jahrhundert begann mit dem Bau von Hochöfen aus Spezialziegel, anstatt Naturstein nach ausländischen Mustern.
Die Zimmerholzkisten wurden nicht mehr angewendet, der ziemlich dünne Ofenschornstein wurde mit Eisenbandagen zusammengehalten und die ganze Anlage wurde freistehend aufgestellt auf Pfeilern in einem äußeren Gerippe – ein „ Schottischer Hochofentyp.“ Solch ein Ofen ist in Klenshyttan zwischen Ludvika und Grängesberg zu sehen. Schritt für Schritt wurde Eisenherstellung zu den immer weniger aber größer werdenden Hochöfen konzentriert, die man im Anschluss an die neuen Stahlwerke verlegt hatte und wo die Holzkohle ersetzt wird durch Koks, hergestellt aus importierter Steinkohle.
Heute sind in Schweden nur noch zwei Hochöfen in Betrieb – einer in Luleå und einer in Oxelösund. Die Produktion von Eisen pro tag übertrifft bei weitem die Jahreproduktion einer Hütte im 17. Jahrhundert.




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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