|
Möchten Sie mehr wissen? Die Eiszeit
in Bergslagen
Erdbeben und Vulkane haben die Landfläche umgeformt.
Die Erhitzung der Erdkruste, Druck und chemische Prozesse verwandelten
alte Bergarten in neue Bergarten. Die Eisenerze stammen von chemischen
Vereinigungen, die vor mehr als 1800 Millionen Jahren in der Urzeit der
Erde im Zusammenhang mit Vulkanausbrüchen entstanden. Kupfer, Zink
und Blei wurden zu dieser Zeit gebildet.
Der schwedische Urberg ist demnach ein Resultat einer sehr langen, natürlichen
Entwicklung mit wiederholten geologischen Umwandlungen. Wenn wir gewöhnlich
von der „Eiszeit“ sprechen, meinen wir natürlich die
letzte Vergletscherung vor ungefähr 70 000 Jahren und die vor 8500
Jahren endete. Aber auch während einer andauernden Eiszeit kann sich
das Klima verändern. Während der letzten Eiszeit gab es „kürzere“
wärmere Perioden, die Teile des Landes zufällig eisfrei machten.
Ihre größte Ausbreitung hatte die letzte Eiszeit vor cirka
20 000 Jahren, als diese bis zum nördlichen Deutschland und Polen
reichte. Danach begann es zu schmelzen. Der südliche Teil in Schweden
wurde vor 12 000 Jahren eisfrei und 3000 Jahre später zog sich das
Eis von Bergslagen zurück.
Das Eis trug die alte Erddecke davon und brach Blöcke
und Steine aus dem Felsgrund. Alles fror in das Eis ein, und wurde zu
Partikeln aller Größen zerschmettert, von Blöcken bis
zu Lehmpartikel mit einem Diameter von nur einigen Tausendstel Millimetern.
Diese Mischung nennen wir Moräne. Als das Eis zerschmolzen war bildete
diese eine zusammenhängende Decke über den Felsgrund.
Das Schmelzwasser versammelte sich zu großen Eisflüssen,
die in Tunneln unter dem Eis und durch das Eis brausten. Die Moräne
die im Wege4 war wurde mitgerissen und zu der Mündung des Eisflusses
transportiert. Auf dem Weg dorthin wurden die Partikel auf Grund der Geschwindigkeit
des Wasserstromes rundgeschliffen und nach Größe sortiert.
Die schwersten Eisflussablagerungen, wie Blöcke, Steine,
Kies und Sand blieben auf dem Boden der Eistunnel und in der Nähe
der Mündung des Flusses, Während die leichteren Partikel weiter
weg transportiert wurden. Je, nachdem, das Eis in Richtung Norden verschwand,
bildeten sich Geschieberücken, Kiesberge, Deltas und andere Formen.
Der Kies und der Sand in den Geschieberücken aus der Eiszeit sind
von großer ökonomischer Bedeutung. Die Rücken sind aber
auch wichtige Andenken an die Natur.
Wenn der Eisfluss in das Meer stürzte sanken die schweren
Partikel an der Mündung. Die Lehmpartikel schwammen lang im Wasser
und verteilten sich über groß Flächen, die heute unsere
Besten Ackerlande sind. Das Eis schmolz von Süden nach Norden. Eisberge
wurden losgebrochen und trieben weiter in der Ostsee, die damals bis nach
Riddarhyttan reichte. Hier hörte das Meer auf, das Eis schmolz weiter
auf dem Land und veränderte gleichzeitig sein Aussehen, von einem
Steilhang in eine niedrig abfallende Zunge. Die Umformung dauerte eine
Zeit lang. Dadurch blieb die Eiskante eine längere Zeit bei Riddarhyttan
stehen und es ist das geologische Geschehen, das so viele Erinnerungen
an die Natur rund um den See Lien hinterlassen hat.
Dort wo die Eisflüsse in das flache Gewässer mündeten
bildete sich eine Bucht im Eis. Da das Eis eine lange Zeit hier verblieb,
stauten sich vor den Flussmündungen große Mengen Kies und Sand.
Die Bucht war bis zur Wasseroberfläche mit Ablagerungen gefüllt.
Auf diese Weise entstand das wellige Eisflussdelta, das unter Geologen
als Riddarhyttefeld bekannt ist.
Groß Eisberge waren in der Bucht auf Grund geraten
und von den Eisflüssen in Sand und Kies eingebettet worden. Als das
ganze Eis geschmolzen war und das Land sich aus dem Meer erhob zeigte
sich eine abwechselnde und hügelige Landfläche. Dort wo die
Eisberge gelegen haben bildeten sich große Vertiefungen und wo Sand
und Kies zwischen den Eismassen gelegen hat bildeten sich Landrücken,
Berge und Hochebenen. Dies ist im Gelände zu sehen und erinnert an
die naturgeschichtliche Entwicklung unseres Landes. Es war die Eisschmelze
und die Landhebung aus dem Meer, die den See Lien entstehen ließ.
Die Landhebung immer noch. In Mittelschweden sind es
4-5 mm pro Jahr und in der Küstenlandschaft in Ängermanland,
Höga Kusten 10 mm pro Jahr. Wahrscheinlich beruht die Landhebung
auf Bewegungen im Inneren der Erde. Berslagen wurde vor 9000 Jahren vom
Eis befreit worden.
|