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Möchten Sie mehr wissen? Die Bergmänner
Der schwedische Bergman war ein selbstständiger Bauer
und Eisenhersteller mit eigenem Ackerland und eigenem Wald. Die alte Bergmannkultur
ist kooperatives System für Hüttenbetrieb und Hochofenbetrieb,
welches schon im Mittelalter eingeführt wurde. Mehrere Dörfer
schlossen sich zusammen und bauten ein Hüttenwerk. Die Bergmänner
stellten Masseleisen aus Eisenerz her und lieferten dieses an die Hüttenwerke,
wo man das wichtige Stangeneisen herstellte.
Die staatliche Kontrollbehörde, Bergskollegium, überwachte
den Bau von Aufwerfhammer, dass diese nicht zu nah an den Hütten,
Hochöfen und Gruben gebaut wurden damit die Kohlenversorgung geschützt
wird. Den Bergmännern mangelte es meistens an finanzieller Stärke
und technischer Kompetenz die für die Herstellung von Stangeneisen
verlangt wurde und auch deren Masseleisen hatte unterschiedliche Qualität.
Deshalb gerieten sie in Konflikt mit den Eigentümern der Hüttenwerke.
Die Hüttenwerkbesitzer versuchten ihre Masseleisenherstellung
zu sichern indem sie Genehmigungen für die eigenen Hochöfen
beantragte. Es gelang ihnen manchmal Teilinhaber in den kooperativen Bergmannhütten
zu werden, nachdem sie hin und wieder Bergmannshöfe erworben hatten.
Man versuchte auch Anteile in Betrieben der unwirksamen Bergmänner
zu pachten. Die Hüttenbesitzer bildeten einen Club, "Brukssociteten",
der eine Branchenorganisation, Jernkontoret gründete, und die mit
einem königlichen Schreiben von 1747 gestiftet wurde. Jernkontoret
stellte technische Unternehmensberater zur Verfügung, auch für
den Hüttenbetrieb der Bergmänner. Jernkontoret gibt es heute
noch und liegt in Zentrum in Stockholm.
Die Bedeutung der Bergmänner in der Eisenherstellung
nahm durch diese Entwicklung nach und nach ab. Einige von den mehr aktiven
nahmen eine modernere Rolle an als unabhängiger Hüttenbesitzer
an, andere dagegen wurden einfach wieder Bauern. Die zwingenden Bestimmungen
für die Tätigkeit der Bergmänner wurden in der Mitte des
19.Hajrhundert abgeschaffen. In einigen der Hüttenwerke setzte man
die Tätigkeit in unveränderter Form weiter fort.
Die Bergmanndörfer bestehen aus Holzhäuser wurden
etwas entfernt von der gemeinsamen Hütte Jacke wie Hose aufgebaut.
Die Arbeit der Bergmänner war dem Rhythmus des Bauernjahres angepasst.
Wenn der Bergmann die oft mageren Ernten nach der Arbeit
mit dem Ackerbau im Sommer geborgen hatte, war es Zeit sich mit dem Wald
und der Eisenerzgewinnung zu befassen. Das Eisenerz wurde durch Auflockern
des Gesteins durch Erhitzen des Bergs bis in das 19.Jahrhundert gewonnen.
Viele der Bergmänner hatten für die harte Arbeit
eigene Arbeiter. Zum Auflockern benötigte man Holz. Der Hochofen
war jedoch der große Holzverbraucher und bald danach die Schmiede
mit ihrem Bedarf von Holzkohle. Die Kohle von einer Meile reichte nur
für zwei Tage im Hochofen. Es waren 120 Tagewerke erforderlich um
die Kohle herzustellen und eine Fuhre heranzufahren.
Ende des Jahres hatte der Hüttenvogt zur Hüttenversammlung
einberufen. Zu dem Zeitpunkt musste jeder Bergmann - meistens war man
nicht mehr als acht Bergmänner in einer Hüttenmannschaft - sein
Eisenerz zum Erzhaufen gefahren und sein Kohlenhaus mit Kohle gefüllt
hatte. Der Hochofenmeister welcher die Verantwortung für das Ausblasen
hatte, sollte zu dem Zeitpunkt den unteren Teil des Schornsteins zugemauert
haben- und die Blasebalge, Wasserräder, Gerinne und Teiche kontrolliert
haben. Man einigte sich betreffs der Reihenfolge beim Ausblasen. Da der
Ofen aber am Ende des Jahres schlechter arbeitete, zog man oft Lose.
Im allgemeinen begann die Masseleisenherstellung, wenn das
Frühjahrshochwasser Bäche und Flüsse strömen lässt.
Zuerst sollte das Eisenerz in den Röstgruben geröstet werden
bis es glühte. Der Hochofen musste aufgewärmt, und deshalb erst
mit Holzkohle gefüllt werden- nach 2 Wochen hielt der Ofen die richtige
Temperatur.
Das Eisenerz wurde auf dem Erdboden oder auf der Beschickungsbühne
zur Größe einer Haselnuss zerschlagen und danach in eine besondere
Box gelegt. Der Hochofen wurde vom Gichtmann abwechseln mit Kohle, Kalk
und Eisenerz gepackt. Die Aufstellung brauchte 15 Stunden bis sie den
Schornsteinboden erreicht Die Zahl der Stunden die ein Bergman im Hochofen
verbrachte, war verschieden. Der Hochofenmeister, der den Stich abzog,
wusste wann das Eisen des nächsten Bergmannes den Herdboden erreicht.
Das fließende Eisen wurde in Sandformen auf dem Erdboden
geleitet und versteifte zu Masseleisen und erhielt eine Nummer des Werkes.
Die Behörden strebten danach die Bergmänner dazu zu bewegen,
dass diese sich zusammen taten und ihr Eisenerz gemeinsam mischten um
eine bessere Qualität zu erhalten, doch leider vergeblich! . Sie
wollten selber die Kontrolle über das eigene Eisenerz zu behalten
und derjenige, der schlecht geröstetes Eisenerz oder saure Kohle
hatte, konnte bestraft werden als letzter auszublasen. Als die letzte
Aufstellung getan war, war die Arbeit beendet. Dies wurde mit einem Bier
gefeiert. Man machte danach rundherum um die Hütte sauber und nahm
„ die Eisensau“, das Eisen das sich auf dem Ofenboden befindet
heraus. Die Schlacke wurde auf den immer höher werdenden Schlackenhaufen
gelegt, falls diese nicht zu Schlackensteinen verarbeitet und als Baumaterial
angewendet wird. Das Masseleisen wurde in die Eisenschuppen gebracht,
bevor diese zu den Eisenwaagen und den Hütten transportiert werden.
Wenn der Bergbau in den ältesten Privilegien genannt wird, scheint
dieser schon relativ gut organisiert zu sein. Vielleicht hängt damit
es zusammen, dass dieser während der Zeit der Gesetzgebung Form angenommen
hat. Das älteste Gesetz –Västgötalagen - wurde im
2.Jahrzehnt des 13.Jahrhundert niedergeschrieben. Gustav Vasa beruft sich
ältere Dokumente, wenn er schreibt dass „ alle Eisenerzberge
in Schweden gehören der schwedischen Krone“.
Wie auch immer, die königlichen Privilegien gaben den
Bergmännern das Recht die Gruben unter bestimmten Voraussetzungen
zu benutzen und für einen Teil der Produktion Steuern zu zahlen.
Gleichzeitig waren die Bergmänner von anderen Steuern befreit. In
den Privilegien für Kopparberget und Åtvidaberg erscheint zum
ersten mal das Wort „Erbpachtrecht“. Gebiete mit Bergbau bekamen
ihre eigene Gesetzgebung, die sich teilweise stark von den provinzialen
Gesetzen unterscheidet. Im übrigen hatte man das Recht das ihnen
erlaubte zu roden, anzubauen, auf Grund und Boden in der Nähe von
Gruben zu bauen und diese dann als Erbschaft abzugeben.
Der gesamte Bergbau hat mit seiner genauen Regulierung
viele gemeinsame Züge, die an das Zunftwesen erinnern. Der Bergmann
hatte nicht nur Rechte, sondern auch die Pflicht Eisen herzustellen. Er
konnte auch nicht sein Grund und Boden an den verkaufen der nur den Wald
nutzen will.
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